Festhypothek oder SARON? Der große Vergleich für Eigenheimbesitzer
2026 steht vor der Tür – viele Schweizerinnen und Schweizer fragen sich: Festhypothek oder SARON-Hypothek? In Zeiten schwankender Zinsen wird die Wahl der richtigen Finanzierung fürs Eigenheim immer wichtiger. Unser Vergleich zeigt, worauf Hausbesitzer in der Schweiz achten sollten!
Was unterscheidet Festhypothek und SARON-Hypothek?
Die Festhypothek zeichnet sich durch einen über die gesamte Laufzeit fest vereinbarten Zinssatz aus. Dies bietet maximale Planungssicherheit, da die monatlichen Raten über Jahre hinweg unverändert bleiben. Unabhängig von Marktschwankungen wissen Eigenheimbesitzer genau, welche Kosten auf sie zukommen. Typische Laufzeiten reichen von einem bis zu zehn oder sogar fünfzehn Jahren. Diese Stabilität wird oft als grosser Vorteil wahrgenommen, insbesondere in Zeiten steigender Zinsen oder bei einem Wunsch nach Budgetkontrolle.
Im Gegensatz dazu basiert die SARON-Hypothek (Swiss Average Rate Overnight) auf einem variablen Zinssatz, der sich an den kurzfristigen Geldmarktzinsen orientiert. Der SARON ist ein Referenzzinssatz, der täglich von der Schweizerischen Nationalbank ermittelt wird. Der Hypothekarzins setzt sich aus dem SARON und einer individuellen Marge der Bank zusammen. Die Zinsanpassung erfolgt in der Regel alle drei Monate. Dies bedeutet, dass die Raten steigen oder fallen können, je nachdem, wie sich der SARON entwickelt. Diese Flexibilität kann bei sinkenden Zinsen zu Einsparungen führen, birgt aber auch das Risiko höherer Kosten bei steigenden Zinsen.
Die aktuelle Zinssituation in der Schweiz
Die Zinslandschaft in der Schweiz hat sich in den letzten Jahren dynamisch entwickelt. Nach einer Periode sehr niedriger oder sogar negativer Zinsen sind die Referenzzinssätze wieder gestiegen. Diese Veränderungen beeinflussen massgeblich die Attraktivität und die Kosten von Hypotheken. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) spielt mit ihrer Geldpolitik eine zentrale Rolle bei der Festlegung des Leitzinses, der wiederum den SARON und indirekt auch die langfristigen Festhypothekenzinsen beeinflusst. Eine genaue Beobachtung der geldpolitischen Entscheidungen der SNB ist daher für Hypothekarnehmer von grosser Bedeutung, um die potenziellen Entwicklungen der Zinskonditionen einschätzen zu können.
Die aktuelle Zinssituation erfordert von Eigenheimbesitzern eine bewusste Auseinandersetzung mit den Prognosen und eine Einschätzung der eigenen Risikobereitschaft. Während in Phasen steigender Zinsen die Festhypothek oft als sicherer Hafen erscheint, können bei einer erwarteten Zinsstabilisierung oder -senkung SARON-Hypotheken wieder an Attraktivität gewinnen. Es empfiehlt sich, regelmässig die Marktlage zu prüfen und bei Bedarf professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen, um auf Veränderungen reagieren zu können.
Vor- und Nachteile beider Hypothekarmodelle im Überblick
Die Festhypothek bietet den entscheidenden Vorteil der Budgetplanungssicherheit. Die Zinskosten sind über die gesamte Laufzeit fixiert, was finanzielle Überraschungen vermeidet. Dies ist besonders vorteilhaft für Personen, die ein konstantes Budget benötigen und das Zinsrisiko minimieren möchten. Ein Nachteil ist jedoch die mangelnde Flexibilität: Sollten die Marktzinsen während der Laufzeit deutlich sinken, kann nicht von diesen tieferen Zinsen profitiert werden. Ein vorzeitiger Ausstieg aus einer Festhypothek ist oft mit hohen Vorfälligkeitsentschädigungen verbunden.
Die SARON-Hypothek punktet mit ihrer Flexibilität und der Möglichkeit, von sinkenden Marktzinsen zu profitieren. Bei einer positiven Zinsentwicklung können die Hypothekenkosten sinken, was zu erheblichen Einsparungen führen kann. Zudem ist sie in der Regel kurzfristiger kündbar, was eine höhere Handlungsfreiheit ermöglicht. Der grösste Nachteil ist das Zinsrisiko: Steigen die Zinsen, erhöhen sich auch die monatlichen Belastungen, was die Haushaltskasse stark beanspruchen kann. Diese Unsicherheit erfordert eine höhere Risikotoleranz und ausreichend finanzielle Reserven.
Welches Hypothekarmodell passt zu welchem Profil?
Die Wahl des passenden Hypothekarmodells hängt stark von der individuellen finanziellen Situation, der Risikobereitschaft und den Zukunftsplänen ab. Eine Festhypothek eignet sich besonders für Personen, die Wert auf Planungssicherheit legen und ihr monatliches Budget genau kalkulieren müssen. Dazu gehören beispielsweise Familien mit festem Einkommen, die langfristig planen und Zinsrisiken meiden möchten. Auch in einem Umfeld steigender Zinsen kann die Festhypothek eine gute Wahl sein, um sich langfristig tiefe Zinsen zu sichern.
Die SARON-Hypothek ist ideal für Eigenheimbesitzer mit einer höheren Risikobereitschaft und ausreichenden finanziellen Puffern, die potenzielle Zinsanstiege abfedern können. Sie eignet sich auch für Personen, die kurz- bis mittelfristig Flexibilität wünschen, etwa weil ein Verkauf der Immobilie oder eine grössere finanzielle Transaktion geplant ist. Wer zudem an sinkende Zinsen glaubt oder aktiv die Marktentwicklung verfolgen möchte, findet in der SARON-Hypothek eine attraktive Option. Eine Kombination aus beiden Modellen, beispielsweise durch Aufteilung der Hypothek, kann ebenfalls eine strategische Lösung darstellen.
Kostenüberblick und Anbietervergleich für Hypotheken
Die Kosten für Hypotheken in der Schweiz variieren je nach Anbieter, Laufzeit, Belehnung und Bonität des Kreditnehmers erheblich. Für eine Festhypothek sind die Zinsen über die gesamte Laufzeit fixiert, während bei der SARON-Hypothek die Zinsanpassung vierteljährlich erfolgt und sich aus dem SARON-Referenzsatz plus einer Marge zusammensetzt. Es ist ratsam, Angebote verschiedener Schweizer Banken und Versicherungen einzuholen, um die besten Konditionen zu finden. Hier eine vergleichende Übersicht einiger typischer Angebote (Schätzwerte).
| Produkt/Dienstleistung | Anbieter | Kostenschätzung (Zinssatz p.a.) |
|---|---|---|
| Festhypothek (5 Jahre) | UBS | 1.80% - 2.20% |
| Festhypothek (10 Jahre) | Raiffeisen | 2.00% - 2.50% |
| SARON-Hypothek | Zürcher Kantonalbank (ZKB) | SARON + 0.70% - 0.90% |
| SARON-Hypothek | Credit Suisse (UBS) | SARON + 0.65% - 0.85% |
| Festhypothek (5 Jahre) | PostFinance | 1.90% - 2.30% |
Prices, rates, or cost estimates mentioned in this article are based on the latest available information but may change over time. Independent research is advised before making financial decisions.
Tipps für die Hypothekenwahl bei Schweizer Banken
Bei der Wahl der Hypothek bei Schweizer Banken ist eine sorgfältige Vorbereitung entscheidend. Beginnen Sie frühzeitig mit dem Vergleich verschiedener Angebote. Nutzen Sie Online-Vergleichsplattformen, aber holen Sie auch persönliche Offerten bei verschiedenen Banken, Versicherungen und Hypothekenbrokern ein. Achten Sie nicht nur auf den Zinssatz, sondern auch auf die Vertragsbedingungen wie Kündigungsfristen, Möglichkeiten zur Amortisation und eventuelle Zusatzkosten. Eine gute Bonität und ein stabiles Einkommen können Ihnen helfen, bessere Konditionen zu erhalten.
Zudem ist es ratsam, die eigene finanzielle Situation realistisch einzuschätzen. Wie hoch ist Ihre Risikobereitschaft? Wie stark wären Sie von einem Zinsanstieg betroffen? Planen Sie in den nächsten Jahren grössere Investitionen oder Veränderungen, die eine höhere Flexibilität erfordern? Eine umfassende Beratung durch unabhängige Finanzexperten kann hier wertvolle Erkenntnisse liefern und Ihnen helfen, eine fundierte Entscheidung zu treffen, die langfristig zu Ihren Bedürfnissen passt und die finanzielle Belastung optimiert.
Die Entscheidung zwischen einer Festhypothek und einer SARON-Hypothek ist von individuellen Faktoren geprägt. Während die Festhypothek Stabilität und Planbarkeit bietet, ermöglicht die SARON-Hypothek Flexibilität und die Chance, von günstigen Zinsentwicklungen zu profitieren. Eine detaillierte Analyse der persönlichen Finanzlage, der Risikobereitschaft sowie eine umfassende Marktübersicht sind unerlässlich, um die optimale Wahl für die Finanzierung des Eigenheims in der Schweiz zu treffen. Es ist eine Entscheidung, die langfristige Auswirkungen auf die finanzielle Gesundheit haben wird.